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Produktdetails
Herausgeber: Goldmann Verlag
Erscheinungstermin: 1. September 2001
Sprache: Deutsch
Produktgewicht inkl. Verpackung: 263 g
Seitenzahl: 288 Seiten
ISBN-10: 3442448530 ...
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Journalistin Kyra Berg ist vom Feuilleton des Berliner Morgen in das Ressort Mord- und Totschlag gewechselt. Während sie an einer Serie über Berliner Mörderinnen arbeitet, macht sich in der Hauptstadt eine ganz besondere Art der Kopflosigkeit breit -- dem Rumpf des Chefredakteurs gesellt sich bald die schädellose Leiche eines Bibliotheksangestellten in Rente hinzu. Ein Mörder, der es auf Kulturschaffende abgesehen hat?
Dabei hat Kyra Berg mit ihrem Privatleben bereits genug Probleme. Der liebenswerte, aber etwas dickliche Kollege Franz Pawlak rückt ihr doch zu sehr auf die Pelle. Und an die Liebesnacht mit dem ausnehmend hübschen Kellner kann sie sich überhaupt nicht mehr erinnern. Von dem Abenteuer mit dem großmäuligen Töchterchen des verschiedenen Chefredakteurs ganz zu schweigen...
Thea Dorn verläßt sich allerdings nicht nur auf eine spannende Handlung und gekonnt in Szene gesetzte Situationskomik. Sie sucht -- und findet -- stilistische Entsprechungen für das auf den ersten Blick recht außergewöhnliche Seelenleben ihrer Täterfigur. Anfängliche Befürchtungen, es mit einer weiteren, als Krimi getarnten, bildungsbürgerlichen Spielerei zu tun zu haben, erweisen sich als grundlos. Ganz im Gegenteil: Das Finale erlaubt sich eine ansonsten eher angloamerikanische Freizügigkeit, die den Krimi mit den Traditionen des Schauerromans verbindet.
Bisher hatte sich die Berliner Autorin dem Universitätsleben (Berliner Aufklärung) und des Opernmilieaus (Ringkampf) angenommen. Dieses Mal ist die Presse dran, und auch hier scheint sie sich blendend auszukennen. Ohne Luft zu holen setzt sie ihre Leser mittenrein in Arbeit und Alltag ihrer Hauptfiguren und liefert damit den soliden Hintergrund für eine mehr als ungewöhnliche Geschichte. Blut, Wahnsinn und Berliner Schnauze -- beste Voraussetzungen für einen gelungenen Leseabend. --Felix Darwin
Pressestimmen
"Wer nach den Krimis von Thea Dorn noch mit Agatha Christie ins Bett geht, ist selber schuld." (Badische Zeitung )
Kurzbeschreibung
Die Berliner Journalistin Kyra Berg hat sich gerade aus der Feuilleton-Redaktion ihrer Zeitung verabschiedet. Sie hat genug vom Hauptstadt-Zeitgeist und dem Kulturgewäsch der intellektuellen Szene und will sich endlich mit etwas Handfestem beschäftigen. Sie beginnt an einer Serie über Berliner Mörderinnen zu arbeiten, und als die kopflose Leiche ihres Chefredakteurs gefunden wird, interessiert sie sich natürlich sofort brennend für den Fall. Ihr Chefredakteur war bekannt dafür, seinen weiblichen Angestellten nachzusteigen, und Kyra hat den Verdacht, dass es sich bei dem außergewöhnlich brutalen Mord um den Racheakt einer Frau handelt. Bevor ihre Recherchen zu konkreten Ergebnissen führen, findet man die nächste Leiche – einen pensionierten Bibliotheksangestellten. Kyra macht sich auf die Suche nach Verbindungspunkten. Hat der Mörder es auf ältere, an Kultur interssierte Herren abgesehen? Kyra steht vor einem Rätsel. Dabei hat sie in ihrem Privatleben bereits genug Probleme. Der liebenswerte, aber etwas dickliche Kollege Franz Pawlak rückt ihr doch zu sehr auf die Pelle. Und an die Liebesnacht mit dem ausnehmend hübschen Kellner kann sie sich überhaupt nicht mehr erinnern. Von dem Abenteuer mit dem großmäuligen Töchterchen des ermordeten Chefredakteurs ganz zu schweigen...Klappentext
"Wer nach den Krimis von Thea Dorn noch mit Agatha Christie ins Bett geht, ist selber schuld."
Badische Zeitung
Über den Autor
Thea Dorn, geboren 1970 bei Frankfurt am Main, machte eine Ausbildung in klassischem Gesang. Anschließend wandte sie sich dem Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt, Wien und an der Freien Universität Berlin zu, wo sie eine Zeitlang Dozentin für Philosophie war. Schon mit 24 veröffentlichte sie ihren ersten Roman »Berliner Aufklärung«, für den sie den Raymond-Chandler-Preis erhielt. Es folgten »Ringkampf« und »Marleni«, ein Theaterstück über Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl, und ihr dritter, mit dem »Deutschen Krimipreis« ausgezeichneter Roman »Die Hirnkönigin«. Für die Reihe »Tatort« schrieb Thea Dorn ein Drehbuch, das 2002 von Radio Bremen verfilmt wurde. Ein weiteres Mal sorgte sie 2004 mit „Die Brut“, einem Roman, der die Höllenfahrt einer modernen Karrieremutter beschreibt, für Furore. Zuletzt erschien von ihr "Die neue F-Klasse. Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird". Seit Oktober 2004 moderiert sie den Bücher-Talk-Sendung »Literatur im Foyer« im SWR und seit Januar 2008 den ARTE-Kulturtalk »Paris-Berlin. Die Debatte«. Thea Dorn lebt als freie Autorin in Berlin.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Drei Promille. Und kein bisschen glücklich.
Sie wusste nicht, wovon ihr der Schädel mehr brummte: von dem Champagner, mit dem sie ihre Depression bei Laune hielt, oder von dem Stimmen-Cocktail, der jeden Harvey Wallbanger in den Schatten stellte:
4 cl Kulturgewäsch,
2 cl Berliner Hauptstadtgeist,
einige Tropfen Wermut,
das Ganze aufgegossen mit reichlich Testosteron. Irgendwann zwischen dem zwölften und fünfzehnten Glas hatte sie aufgehört, in den Gesprächen mit herumzurühren. Jetzt stand sie nur noch da und hielt sich an ihrem Champagnerglas fest. Konzentriert genug betrieben war auch dies eine abendfüllende Beschäftigung.
Sie hatte fast vergessen, dass sie mehr war als ein Champagnerständer, als der Gastgeber mit ausgebreiteten Armen auf sie zugesegelt kam. Instinktiv duckte sie sich zur Seite. In dem weißen Anzug sah er aus wie eine fette alte Möwe.
"Meine Liebe, aber Sie langweilen sich ja. Ich bitte Sie, das darf nicht sein. Die Nacht ist viel zu schön, als dass sich eine schöne Frau wie Sie langweilen dürfte. Wollen Sie ein wenig an die frische Luft gehen mit mir?"
Aber sicher doch. Was tat man lieber, als mit fetten alten Möwen an die Luft zu gehen. Zumal, wenn sie der Boss waren. Und Geburtstag hatten.
Er fasste ihren Ellenbogen und lenkte sie hinaus in eine der lauen Berliner Sommernächte, in denen das Thermometer den Gefrierpunkt gnädig von oben umschmeichelte. Sie hätte nie geglaubt, dass ihr das künstlich verdunkelte
Bassorgan ihres Chefs jemals angenehm erscheinen könnte. Doch jetzt träufelte diese Stimme wie reiner Single Malt in ihre Ohren.
"Habe ich Ihnen eigentlich schon gesagt, wie glücklich ich bin, dass Sie bei uns arbeiten."
Sie schüttelte den Kopf. Bis gestern Morgen hast du noch gar nicht gewusst, dass ich bei dir arbeite, du Arschloch.
Er strich sich über den silber-schwarz melierten Vollbart, der so sorgfältig getrimmt war wie der englische Rasen, über den er sie führte. Die Halme kitzelten ihre großen Zehen, die aus den offenen Goldstilettos herausschauten. Zielsicher steuerte er auf die dunkle Lärchengruppe im hinteren Teil des Parks zu. Glücklich der Mann, der solche Botanik sein Eigen nennen durfte.
Ein verzweifelter Lachanfall trieb ihr den Champagner in die falsche Kehle. Sie legte einen Keuchhusten hin, der die Traviata neidisch gemacht hätte.
Die alte Möwe lachte herzhaft mit. Und schlug ihr - ganz väterlicher Freund - auf den Rücken. Sie beglückwünschte sich im Nachhinein dazu, dass sie in ihrem Kleiderschrank kein rückenfreies Abendkleid gefunden hatte.
"Wissen Sie, dass Sie viel zu schön sind für Ihren Beruf?"
Wusste sie.
"Mein Gott, warum sind Sie so schön?" Wusste sie nicht.
Die Lärchen rückten näher. Da half das ergreifendste Traviataröcheln nichts. Die väterliche Hand war so frei, auch ohne Einladung eines Rückendekolletes arschwärts zu wandern.
Sie warf das Champagnerglas ins Gras, hörte auf zu husten und streifte die Goldstilettos von den Füßen. Reizende Maid barfuß im Mondenschein.
"Foltern Sie kein Geburtstagskind."
Die Stimme tropfte nicht länger in ihr Ohr. Sie leckte.
"Mein Gott, warum sind Sie so schön?"
Die Schuhe lagen gut in ihren Händen.
"Sie müssen, Sie müssen einfach -"
Und sie hatte immer geglaubt, Lärchen hätten weiche Rinden. Ein Irrtum. Und ein weiteres Argument gegen rückenfreie Abendkleider.
Er konnte den Blick nicht von ihr wenden. Seine Augen, zwei trübe, blutverschlierte Bälle, waren aus den Höhlen gekrochen. Reglos hockten sie in den Eingangslöchern und bestarrten das weiße Fleisch, das vor ihnen tanzte.
In seinem Leben hatte der Alte viel weißes Fleisch gesehen. Aber keins war weiß gewesen wie dieses.
Der Arsch, auf den er stierte, war so alabastern und vollendet geformt, dass er sich sämtliche Hörner der Welt hätte aufsetzen lassen, um ihn hochheben und fortschleppen zu können. Der Abgrund, der die göttlichen Hügel trennte, verjüngte sich nach vorn zu einem Spalt. Die Lippen schienen aus Elfenbein geschnitzt, an den Innenwänden schimmerte Perlmutt. Zwei marmorne Brüste ragten hoch über dem Zwischenbeindelta und spendeten ihm Schatten.
Immer glasiger schauten die welken Augäpfel unter dem Schädeldach hervor. Die Schönheit raubte ihm den Atem.
Das Mädchen drehte sich langsam um die eigene Achse. Es ging in die Knie, öffnete die Schenkel, schloss die Schenkel, stand auf und drehte sich weiter. Teilnahmslos durchstreifte sein Blick den Raum. Es war der unbewegte Blick einer Eule.
Kalter Schweiß stand dem Alten auf der Stirn. Seine Augäpfel hatten die Sehnerven ins Schlepptau genommen. Blind drängten sie ins Freie, dem Alabasterarsch, dem Elfenbeinspalt, den Marmortitten entgegen.
Die Bewegungen des Mädchens wurden langsamer. Es legte den Kopf in den Nacken, reckte beide Arme in die Höhe und stöhnte. Mit einer Hand streifte es den kupferroten Haarhelm ab, der sein Gesicht umrahmte. Von seiner Rechten troff Blut. Schritt für Schritt ging es auf den Alten zu. Die schwefelgelben Augen blitzten.
Ihre Silhouette zerfloss vor seinem Blick. Je näher sie kam, desto flirrender wurde der Glanz, der sie umgab. Er starrte, ohne mit der Wimper zu zucken. Keine Sekunde ihres Anblicks wollte er sich entgehen lassen. Sollten seine Netzhäute zerreißen, seine Glaskörper bersten - es war ihm egal.
Ihm. Dem abgehackten Kopf.
"Verdammte Scheiße, kannste dem Balg nich mal ordentlich den Arsch abwischen!"
Kyra Berg drückte die Stopptaste ihres Aufnahmegeräts und atmete tief durch. Geduld und Ausdauer waren die Waffen der Journalistin. Aber wenn das so weiterging, konnte sie sich mit diesem Interview den Arsch abwischen.
Der Krabbler an der Schwelle zur Stubenreinheit plärrte los, als seine Mutter aufsprang und ihn vom Teppich pflückte.
Sie blickte Kyra entschuldigend an. "Det is immer det Gleiche hier. Um jeden Scheiß muss ick mir kümmern. Der Olle macht jar nüscht. Zum Kotzen is det."
Kyra nickte ihr beipflichtend zu. Angesichts des verzierten Babyarschs war sie froh, nicht gefrühstückt zu haben.
Die Mutter verschwand mit ihrer Fracht im Bad. Wassergeplätscher und heftigeres Krabblergebrüll legten sich über das Fluchen.
Kyra stützte den Kopf in die Hände und massierte ihre Schläfen. Die Kopfschmerzen, mit denen sie heute Morgen bereits erwacht war, hatten zugenommen.
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